Tag 18 - Oscar-Schuster-Steig auf den Plattkofel

Dieser war der Tag unserer Königsetappe auf den Plattkofel, deshalb sind wir sehr früh aufgestanden (9°C im Schlafzelt) und um 9 Uhr waren wir für die Abfahrt bereit.


Gondelbahn am Lankofel
Die Seilbahn vom Sellajoch zum Rif Toni Demetz


Der Plan war, zum Sellajoch zu fahren, um den Gondellift zur Langkofelscharte zu nehmen. ABER es war die Hölle los: wir fanden keinen Parkplatz und nachdem wir irgendwo am Straßenrand das Auto abgestellt hatten, stellten wir fest, es würde unmöglich sein, mit dem Gondellift hoch zu fahren. Menschenmassen standen Schlange und zu Fuß würde es sicherlich schneller gehen.


Meine Laune war direkt im Keller, denn mit kaputten Knien mal eben 500 Hm extra zu laufen fand ich nicht lustig. Zum Glück haben mir Kühe, Schneefinken, Blumenwiesen und Edelweiss ein Lächeln ins Gesicht gebracht.

Schneefink
Schneefinken
Edelweiß


Muh!
Einstieg über grüne Matten
Lankofelkar
Der Abstieg durchs Langkofelkar

Martin hatte ich längst vor  Frust auf dem Aufstieg alleine gelassen, und die Langkofelscharte erreichte ich knapp unter einer Stunde.
Oben wartete noch eine Überraschung: weitere Menschenmassen bei dem schroffen Abstieg zu der Plattkofelhütte durch das Langkofelkar!! Dazu fand ich es auch schwachsinnig, dass man 500 Hm bergauf steigt, um sie danach fast komplett zu vernichten und erst dann mit dem Klettersteig anfängt. Hinter der gut besuchten Plattkofelhütte hatten die Menschen uns natürlich verlassen.

Der Zustieg durch das Plattkofelkar war hart, steil, rutschig, lang und erinnerte an einer faszinierenden Mondlandschaft, die ich nicht genießen konnte. Ein Schneefeld war die Krönung dieses trümmerübersäten Kars.


Endlich konnten wir unsere Ausrüstung auspacken und mit dem Spaß anfangen. Der Aufstieg durch Schluchten, Kamine, Schrofenbände, Rinnen und Felsabsätze hatte mehr mit Kletterei zu tun, als mit Klettersteig. Man hätte wahrscheinlich das Ganze ohne Klettersteigset bewältigen können, abgesehen von einer luftigen Querung, wo das Seil innere Ruhe garantierte. Es war also eine spannende Gelegenheit, Tritte und Griffe im teilweise sehr lockeren Fels zu suchen! Ein Helm ist hier absolut notwendig, denn die Steinschlaggefahr ist ständig gegenwärtig.

Am Gipfelkreuz war die schlechte Laune vergessen: nach der Kaltfront des vorherigen Tages, war die Aussicht extrem klar, einfach grandios. Man konnte nicht nur mehrere Dolomitengruppen sehen, sondern auch viele Gletschergipfel des Alpenhauptkamms.
Sehr kurz kam uns die Stunde am Gipfel vor, wo Martin und ich uns ausprechen mussten, um das Panorama wirklich gemeinsam und intensiv genießen zu können.
Alpendohlen haben uns aus der Hand gefressen und somit war das Glück perfekt. Schade, dass man oben nicht bleiben konnte.

zutrauliche Alpendohlen
Die Alpendohlen werden hier wohl oft gefüttert
Plattofelgipfel
Susana und Martin auf dem Plattkofel



Plattkofelgipfel mit der Marmolada im Hintergrund
Blick vom Plattkofel (2954 m). Im Hintergrund die Marmolada




Seiser Alm und Schlern vom Plattkofel
Der Schlern und die Seiser Alm liegen einem auf dem Plattkofel zu Füßen.




Alpenhauptkamm vom Plattkofel
Blick in nörliche Richtung, unten sieht man St. Christina.

Der Abstieg war lang, aber sehr abwechslungsreich: zunächst über ein schrofigen Geröllweg, dann über den Friedrich-August-Weg, wo man noch unbemerkt Höhenmeter macht. Hier ist die Landschaft wieder freundlich, grün, und mit Schafherden dekoriert.
Wir waren etwas durstig unterwegs, Grund genug für eine Pause an der nächste Hütte. Danach fiel der Weg zum Auto nicht mehr so schwer.  


Sellastock vom Friedrich-August-Weg gesehen
Der Rückweg verläuft aussichtsreich entlang des Friedrich August Weges.


Nach der tollen, langen Tour, hat Oma uns zum Essen eingeladen. Wir aßen vom Feinsten in einem Restaurant, mit Blick auf „unsere Berge“. Es war der perfekte Abschluss eines anstrengen, erlebnisreichen Tages.   

Tourdaten:
Sellajach - Toni Demtz-Hütte - Lankofelkar - Langkofelhütte - Plattkofelkar - Osca-Schuster-Steig - Plattkofel (2954 m)  -  Plattkofelhütte  - Friedrich-August-Weg - Sellajoch
Klettersteig: KS3-D
1350 Hm, ca. 7 Stunden, 15 Km
Rother, Klettersteige Dolomiten, Tour 6

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